The Pretender

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Es gibt unter uns Menschen so genannte „Pretender“, die sich dank ihrer genialen Fähigkeiten in jeden anderen Menschen verwandeln können. 1963 isolierte eine als „The Centre“ bekannte Gesellschaft einen jungen Pretender namens Jarod von der Außenwelt und benutzte sein Genie für ihre Forschungen. Dann lief ihr Pretender … eines Tages davon …

Eine Fernsehserie, die es schafft, Mystery, Action, Humor, Tragik, Sentimentalität und das Internet miteinander zu verbinden, ohne überdreht oder kitschig zu wirken, und die auch noch aufeinander aufbaut? Ja, das gibt es.

Die Idee: Da gibt es Menschen, die so hoch intelligent sind, dass sie sich in kürzester Zeit in jede Identität sozusagen hinein denken können. Fachliteratur genügt, und der Pretender wird zum Arzt, Rechtsanwalt, Fallschirmspringer, Pilot, FBI-Agenten usw. Der Pretender spielt dabei keine Rolle, sondern er wird die Zielfigur oder -person. Er verändert auch nicht sein eigentliches Aussehen, obwohl er sich in Kleidung und Verhalten natürlich anpasst.

Eine Serie mit einer ähnlichen Grundidee gab es schon einmal zehn Jahre vorher: „Stingray“. Auch diese Figur schlüpfte in verschiedene Rollen, um Menschen zu helfen – allerdings nicht im Sinne eines Pretenders. Bei dieser Serie fehlte jedoch eine Hintergrund-Geschichte – „Stingray“ kam einfach aus dem Nichts. Der Pretender Jarod dagegen sucht nach seiner Identität, denn er wurde als 5-Jähriges Kind entführt und hat im Laufe der vielen Simulationen, die er für das „Centre“ machen musste, die Erinnerung an sein Ich verloren.

Als Jarod erfährt, dass seine Arbeit keineswegs nur für gute Zwecke benutzt werden, bricht er aus. Durch die lange Isolation – 1963 bis 1996 – hat er viele Dinge nicht kennen gelernt, die für andere Menschen selbstverständlich sind. Dadurch wirkt er oft naiv, allerdings schaffen es Produzenten, Drehbuchautoren und nicht zuletzt der Darsteller der Hauptfigur, Michael T. Weiss, das überhaupt nicht kitschig erscheinen zu lassen.

Obwohl er von dem Missbrauch seiner Arbeit nichts wusste, hat Jarod deswegen große Schuldgefühle. Während er diese dadurch zu bekämpfen versucht, dass er anderen Menschen hilft, wird er vom „Centre“ gejagt. Eigentlich könnte er ja einfach verschwinden, aber das „Centre“ kennt vermutlich seine wahre Identität, deshalb lässt er sich immer wieder auf das Risiko ein, gefangen zu werden.

Dazu kommt, dass er im Laufe seiner Nachforschungen auch einiges über die Frau erfährt, die ihn eigentlich fangen soll, Miss Parker. Schließlich verbindet ihn mit seinem Mentor Sydney ein Vater-Sohn-Verhältnis, auch wenn sich das beide nicht eingestehen wollen.

Die Serie hatte zwar ähnliche Anfangsprobleme wie andere Serien in der Phase, in der sich die Hauptfiguren konstituieren, aber bemerkenswerterweise gab es keine Durchhänger-Phasen, wie ich bei anderen mehrjährigen Serien beobachtet habe. Hochinteressant (wenn auch in den Übergängen miserabel ausgeführt) sind die beiden Crossovers mit der Serie „Profiler“.


Keine Serie ist fehlerfrei. Auch bei dieser gibt es teilweise inhaltliche Schwächen und Unlogisches – genauso wie die leider fast schon üblichen Fehler, die in Fernsehserien und -filmen gemacht werden, wenn das Internet ins Spiel kommt (Broots: „Jarod hat seine Homepage so programmiert, dass sie alle 18 Stunden auf einen anderen Server springt.“ Aua.) Immerhin, mit E-Mail können sie schon richtig gut umgehen ;-)


„The Pretender“ ist für mich ein idealer Rahmen, um eigene Story-Ideen zu verarbeiten. Die ersten beiden Stories, „Shadows“ und „Lights“, sind schon fertig. Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Ich habe auch einige englischsprachige Fanstories gefunden, die ich so gut fand, dass ich angefangen habe, sie ins Deutsche zu übersetzen. Ihr findet sie in dem Ordner Julie.


Oh, übrigens suche ich nach originalen, also unsynchronisierten Aufnahmen der dritten und vierten Staffel der Serie auf Video (PAL), CD oder DVD. Bitte alles anbieten!