Was ist eigentlich ein Point?

Bis etwa 1992 gab es für Mailboxbenutzer nur die Möglichkeit, online zu arbeiten. Das heißt, dass sie sich in eine Mailbox einloggen, neue Nachrichten lesen/schreiben, einige Dateien herunter- oder hochladen und sich dann wieder ausloggen. Manchmal gab es noch die Möglichkeit, online einige Spiele zu spielen, teilweise gegen andere Benutzer der gleichen Mailbox.

Diese Arbeitsweise hat einen großen Nachteil: Sie kostet die ganze Zeit über Telefongebühren. Deshalb setzten sich Pointprogramme, nachdem sie einmal erfunden worden waren, ziemlich schnell durch, und online arbeiten nur noch wenige. Mittlerweile gibt es diese Programme für nahezu alle Rechner- und Betriebssystemplattformen.

Der „Trick“ dabei ist, dass die Bearbeitung von Mails und News (ZConnect: AM und PM; Fido: NetMail und EchoMail) offline geschieht. Die Daten werden nach dem Verbindungsaufbau zur Mailbox in komprimierter Form ausgetauscht, dann wird die Verbindung wieder getrennt. Die neuen Daten werden dekomprimiert und in eine Datenbank einsortiert, dann können sie vom Benutzer bearbeitet werden.

Wie funktioniert ein Pointprogramm?

Das Pointprogramm besteht aus folgenden „Einzelteilen“:

Welcher Mailer gewählt wird, hängt davon ab, welche Technik die gewünschte Mailbox anbietet.

Das Übertragungsprotokoll muss ebenfalls mit der Mailbox abgestimmt werden, sonst können sich die beiden Rechner nicht verstehen. Z-Modem hat sich hier als Standard durchgesetzt. Ältere Übertragungsprotokolle sind X-Modem und Y-Modem; neuere, bidirektionale Protokolle sind Hydra oder BiModem (nicht für alle Betriebssysteme gleichermaßen verfügbar).

Auch der Packer/Entpacker muss mit der Mailbox abgestimmt werden, sonst können die jeweils empfangenen Daten nicht weiter verarbeitet werden. Die gängigen Packer/Entpacker sind PkZip und LHarc; möglich, aber weniger gebräuchlich sind rar und arj. Achtung: Nicht alle Packer gibt es für alle Betriebssysteme, und manchmal sind gleichnamige Packer auf unterschiedlichen Betriebssystemen nicht kompatibel zueinander.

Welche(n) Viewer man einsetzen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Die Pointprogramme bringen üblicherweise einen Textviewer für normale Nachrichten – Mail und News – mit. Für weitere Datentypen wie verschiedene Bildformate oder für Fax kann man nach Bedarf externe Viewer einbinden.

Auch die Wahl des Editors bleibt dem Benutzer überlassen. Der eingesetzte Editor muss allerdings einige wenige Voraussetzungen erfüllen: Er muss sich von einem anderen Programm aufrufen lassen und dabei als Parameter den Namen der zu verarbeitenden Datei entgegen nehmen können. Optimal ist es, wenn er Nachrichten bearbeiten kann, die größer als der zur Verfügung stehende Hauptspeicher sind, aber das ist keine Grundvoraussetzung. Die meisten Pointprogramme bringen bereits einen passenden Editor mit.

Wie werden die Daten übertragen?

Nachdem sich die Modems auf Geschwindigkeit und Standards geeinigt haben und die Connect-Phase abgeschlossen ist, beginnt die Login-Phase. Sie läuft bei Fido und Janus unterschiedlich ab. Im Prinzip läuft es aber darauf hinaus, dass sich der Anrufer bei der Mailbox mit Name und Passwort identifiziert. Außerdem kann in dieser Phase bereits festgelegt werden, ob nur eine bestimmte Art von Daten übertragen werden bzw. ob nur einer der beiden Partner Daten übertragen soll.

Ist der Login abgeschlossen, also der Benutzer identifiziert, dann sendet der Anrufer seine Daten, die mit dem vereinbarten Packer komprimiert wurden, mit dem vereinbarten Übertragungsprotokoll an die Box. Daraufhin schickt die Box ihre Daten auf gleiche Art an den Anrufer. Haben beide Seiten jeweils den Empfang bestätigt, wird die Verbindung automatisch wieder getrennt.

Wie verhalte ich mich in den Netzen?

In allen Netzen – Usenet, Fido, ZConnect-Netze, MausNet – gibt es bestimmte Verhaltensregeln, die eingehalten werden sollten. Dabei werden Regelverstöße in den unterschiedlichen Netzen verschieden sanktioniert.

Zwei Regeln sollte man sich unbedingt merken, nämlich die erste Aussage der Usenet-Netikette:

Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!

und der primäre Grundsatz im Fidonetz:

Beleidige niemanden leichtfertig – sei selbst nicht zu leicht beleidigt.

Wenn man diese beiden Grundsätze beherzigt, gibt es nur noch wenige Einzelpunkte, mit denen man ins Fettnäpfchen treten kann. Diese lauten: