Depression - was ist das?

Artikel im TRI-Zett, Zeitung des Tauschrings Düsseldorf & Umgebung, Nr. 54 vom März 2004

So manche/r TauscherIn hat sich sicher schon über mein Verhalten manchmal gewundert, zum Beispiel, wenn ich Termine extrem kurzfristig absage oder am Telefon „komisch“ klinge. Nur wenige können etwas damit anfangen, wenn ich sage, daß ich unter Depressionen leide. Deshalb möchte ich hier dazu einmal ein paar Worte fallen lassen.

Depressionen sind eine psychische Krankheit. Die Symptome sind daher zwar teilweise körperlich, aber mit denen einer physischen Krankheit nicht vergleichbar. Wenn jemand erkältet ist, sieht man das: Die Nase ist rot und läuft, er niest und/oder hustet usw. Die Symptome einer Depression kann man nur teilweise im Verhalten ablesen, sie spielen sich größtenteils emotional ab.

Dabei sind sie nicht bei jedem gleich, das wäre ja zu einfach. Meine Symptome sind eingeschränkte bis nicht vorhandene Fähigkeit, Emotionen zu empfinden; Stimmungsschwankungen, in Extremfällen mehrmals täglich; oft kann ich keine Menschen in meiner direkten Umgebung ertragen. Zeitweise habe ich einen Druck im Brustraum, der mir die Luft abzuschnüren scheint.

Einfach zu verstehen ist das natürlich für einen Außenstehenden nicht, das ist mir schon klar. Deshalb bekomme ich immer wieder Ratschläge, die leider mehr Schläge als Rat sind, wie:

Was mir jedoch am meisten Probleme macht, ist, daß ich mich immer wieder rechtfertigen muß. Nur weil meine Symptome nicht wie die einer physischen Krankheit aussehen, heißt das nicht, daß ich gesund bin. Allerdings bedeutet das Vorhandensein einer psychischen Krankheit auch nicht, daß ich „bekloppt“ bin. Ich weiß, daß ich mit vielem gnadenlos im Hintertreffen bin; ich kann nur nicht (angemessen) darauf reagieren.

Zum besseren Verständnis empfehle ich das Online-Tagebuch einer depressiven Frau (Achtung, harter Stoff).