Personal Computer

Den ersten Kontakt mit PCs hatte ich 1989 – ein 8088er unter DOS (was sonst) mit der Textverarbeitung IBM PC-Text 4. Punktbefehle am Zeilenanfang – ziemlich unrecovery für einen WYSIWYG-verwöhnten Menschen wie mich. – Im selben Jahr besuchte ich einen C-Programmier-Kurs der VHS Mannheim. Der Dozent konnte zwar sicher gut programmieren, aber er war – so die überwiegende Meinung der TeilnehmerInnen – nicht in der Lage, es sinnvoll rüberzubringen. Viel mehr als die prinzipielle Funktionsweise ist bei mir damals nicht hängen geblieben.

1990 wollte mich mein damaliger Arbeitgeber in Word 4 schulen. Die auf einen vollen Tag angesetzte Schulung endete bereits zur Halbzeit, weil mir die Referentin nichts mehr erzählen konnte und ihr auf meine Fragen keine Antworten mehr einfielen: Ich fragte nach Funktionen, die für Atari-Textverarbeitungsprogramme dieser Zeit normal waren – MS-Word war damit offensichtlich überfordert.

Bei einem Einsatz in einer Firma meinte doch tatsächlich mein dortiger Vorgesetzter mal, „Wenn Sie nochmal Atari sagen, fliegen Sie raus.“ Dabei saß ich dort vor einem 386/12 unter DOS 3.3 mit MS-Word 4.0, und das Teil konnte mit meiner Schreibgeschwindigkeit (350 Anschläge pro Minute) schon im Textmodus kaum mithalten, und im Grafikmodus hatte es dann gar keine Chance mehr. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, daß weder der C64 (1 MHz) noch der kleinste Atari, der 260ST (8 MHz) je Probleme mit meiner Schreibgeschwindigkeit hatten.

Meine ersten PC-Erfahrungen waren also eher negativer Art, und ich fragte mich damals, wie Firmen PCs überhaupt für sinnvoll erachten konnten, wenn sie doch so viel weniger konnten als mein „Spielcomputer“.

1993 kaufte das Landesarbeitsgericht, bei dem ich zu dieser Zeit arbeitete, seine ersten PCs. Vorher lief alles auf Schreibmaschinen. Zwischen Ausschreibung (mit festen Hardware-Bezeichnungen bei Prozessor etc. und festen Versionsnummern bei den Programmen) und der tatsächlichen Anschaffung lagen aber mehrere Monate, sodaß die Geräte wie auch die darauf installierte Software schon veraltet waren, als sie dann endlich geliefert wurden. Auf den Intel 486DLC50 (eigentlich: intern 50, extern aber nur 25 MHz) mit 16 MB Speicher liefen OS/2 2.1 und Lotus AmiPro für Windows (obwohl OS/2 Warp 3 und AmiPro für OS/2 bereits raus waren). Immerhin lief AmiPro auf diesen Maschinen in einer (noch) angenehmen Geschwindigkeit.

AmiPro gefiel mir daran dann auch am besten: Einfach zu bedienen, einfach zu erlernen, und doch mächtig durch die Möglichkeit, sich eigene Makros zu bauen. Außerdem ist es schon mit einigem Aufwand verbunden, AmiPro abstürzen zu lassen, selbst mit großen Texten und bei groben Bedienfehlern. Diese Stabilität kann MS-Word bis heute nicht nachmachen.

„Erst“ 1995 hatte ich dann meinen ersten eigenen PC auf dem Tisch stehen. Der i486/50 (8 MB) teilte sich mittels Umschalter den Monitor mit dem Atari TT und war zuerst – unter DOS 6.22 – nur für die Pointsoftware Crosspoint zuständig; alles weitere lief weiterhin auf dem Atari. Der Vorteil: Ich mußte nun nicht mehr mit dem Modem via Telefonanlage (Istec 1008) an der Seerose pollen, sondern konnte direkt über unser lokales Netzwerk (10 MBit, BNC) gehen. Es macht schon einen Unterschied, ob mit 1880 cps oder 10 Mbit/sec (ca. 400.000 cps bei den Nutzdaten) übertragen wird … Der 486/50 wich dann bald einem P90 mit 16 MB, aber mehr Programme als Crosspoint und AmiPro liefen darauf nur selten, denn die "größeren" Sachen machte ich weiterhin mit dem Atari TT.

Während meiner Umschulung bei der Dekra in Mannheim 1997/98 stand mir aber auch kein leistungsfähigerer Rechner zur Verfügung, auch dort standen P90 mit 16 MB Speicher. Das wurde dann lustig, als Windows 95 installiert wurde. Ich habe vorher noch nie erlebt, daß ein Rechner so oft am Tag die Grätsche macht – und einmal pro Woche war Neuinstallation angesagt.

Unter NT4Srv wurde es dann extrem. Eine Datei zu kopieren, während ein User von einem anderen Rechner aus eingeloggt war, genügte, um die Maschine zu „töten“. Die Frequenz der Neuinstallationen ging dafür um etwa 60 Prozent zurück – „nur“ noch einmal alle zwei bis drei Wochen statt wöchentlich. Naja, nicht wirklich recovery … Diejenigen, die einen Server statt einer Workstation betrieben, bekamen dann immerhin etwas besser ausgestattete Maschinen.

Als ich dann im Herbst 1998 einen Auftrag bekam, für den ich den (vom Kurs übrig gebliebenen) NT4Srv installieren mußte, entschied ich mich deshalb dafür, meinen P90 in Rente zu schicken und mein System neu aufzubauen. Der Neue war ein AMD K6/II 300 mit 64 MB SD-RAM auf einem entsprechenden DFI-Mainboard mit einer 4,3 GB Festplatte (Western Digital). Darauf installierte ich erst MS-DOS 6.22, dessen autoexec.bat-/config.sys-Kombination mir als Bootmanager diente. Dann kam Linux drauf, und zwar die Beta-Version einer Linux-Distribution, die mein Mann aufgebaut hatte, mit Kernel 2.2.6, und schließlich der NT4Srv. Diese Reihenfolge ist übrigens wichtig, denn wenn man erst NT und dann Linux installiert, kann NT unter Umständen nicht mehr booten.

Als dieser Rechner später ein internes IDE-ZIP-Laufwerk dazu bekam, führte NT einen regelrechten Eiertanz auf, denn plötzlich wähnte es sich nicht mehr auf Laufwerk D: (C: ist die DOS-Partition), sondern auf E:. Das Geheimnis ist eine sehr eigenartige Art von Windows, mit Partitionen umzugehen: Die Buchstaben werden erst für die ersten Partitionen aller IDE-Geräte vergeben, dann für die restlichen primären Partitionen und schließlich der Reihe nach für die erweiterten Partitionen. Dadurch, daß ich das ZIP-Laufwerk zusätzlich an den secondary master gehängt hatte, verschoben sich daher die Laufwerksbuchstaben, und Windows fand sich sozusagen selbst nicht wieder. Ich mußte, da ich auf eine Reinstallation keine Lust hatte, die gesamte Registry manuell überarbeiten, damit alles wieder gefunden wurde, und trotzdem machten einige Programme insbesondere bei der Deinstallation massiv Probleme.